
3D-Drucker werden nicht nur vielfältig in der Medizintechnik eingesetzt, sondern sind mittlerweile auch für den Eigenbedarf erhältlich. In den USA werden sie allerdings auch genutzt, um illegale Waffen herzustellen.
Vielfältige Anwendung in der Medizintechnik
Eines der wichtigsten Anwendungsgebiete von 3D-Druckern ist die Medizintechnik. Arm- und Beinprothesen aus dem 3D-Drucker sind mittlerweile weit verbreitet. Auch Zahnkronen und sogar Hörgeräte werden heutzutage vielfach mit Druckmaschinen hergestellt. Die Herstellung unterschiedlicher Produkte mittels eines 3D-Druckers hat dabei viele Vorteile. So werden durch die werkzeuglose Fertigung durch industriellen 3D-Druck zum einen hohe Kosten für Werkzeuge gespart, die sonst dem Produktpreis angerechnet werden müssten. Zum anderen können Produktserien mit nur einem Bauplan in kurzer Zeit vielfach hergestellt werden.
Gibt es bald auch Organe aus dem 3D-Drucker?
Auch künstliche Organe aus Druckmaschinen sind in Zukunft durchaus vorstellbar. Auch wenn es sehr schwierig ist, ein Material künstlich herzustellen, das den körpereigenen Strukturen und Geweben möglichst ähnlich ist, ist es Forschern der Wake-Forest-Universität in North Carolina gelungen, eine funktionstüchtige menschliche Niere mit Hilfe eines 3D-Druckers herzustellen. Wenn das auch mit anderen Organen gelingt und die Organe aus dem Drucker vom menschlichen Organismus angenommen werden, wäre das ein großer Durchbruch in der Medizin. Patienten müssten nicht mehr jahrelang auf seltene Spenderorgane warten, sondern könnten ein individuelles Organ aus einer Druckmaschine erhalten. Damit könnten jährlich mehrere hundert Menschenleben gerettet werden. Bis es soweit ist, wird es allerdings noch etwas dauern. Aktuell warten über 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Bis dahin sind die Betroffenen weiterhin auf freiwillige Organspenden angewiesen. Einen Organspendeausweis kann sich jeder, der volljährig ist, kostenlos online herunterladen und ausfüllen.
USA: Gefährliche Waffen aus dem 3D-Drucker
Die USA liegen beim Pro-Kopf-Waffenbesitz in den reichen Industrieländern auf Platz eins. Trotz dieser erschreckenden Zahlen wurde das Waffengesetz nicht verschärft. Daher verwundert es nicht, dass sogar 3D-Drucker zur gefährlichen Waffenherstellung genutzt werden. Das Projekt Defense Distributed hat online sämtliche Daten für den Bau einer Waffe mit einem 3D-Drucker verfügbar gemacht. Bereits über 100.00-mal wurden die Baupläne schon von Nutzern heruntergeladen. Auch wenn die Anleitung mittlerweile nicht mehr online ist, besteht dennoch das Risiko der Verbreitung illegaler Waffen. Die Herstellung einer Waffe ist nämlich relativ einfach und kostengünstig. Ein dafür nötiger 3D-Drucker ist bereits für unter 2.000 Dollar erhältlich. Die Herstellung der Waffe selbst kostet noch nicht einmal 30 Dollar. Damit zeigen sich auch die Schattenseiten der fortschreitenden Technik.
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